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Mach dir keine Sorgen, die nächste Krise kommt bestimmt …

Wie mache ich mein Unternehmen für die Zukunft krisenfester?

Krisen können sehr unterschiedlichen Ursprungs sein. Der erste Gedanke gilt selbstverständlich der aktuellen Pandemie-Situation mit einer weltweiten Auswirkung auf fast alle Wirtschaftszweige. Aus Unternehmenssicht ist es aber zunächst einmal weniger relevant, ob auch viele andere betroffen sind. Hier gilt das Augenmerk zunächst einmal der eigenen Krisenbetroffenheit. Diese kann nicht nur aus nationalen oder globalen Notlagen wie einer Pandemie, sondern auch aus lokalen und zuweilen sehr unternehmensindividuellen Ereignissen entstehen, z.B. Hackerangriff, Großbrand, Überflutung, Stromausfall, Krieg, Erdbeben, u.a. Auch für solche Krisensituationen gilt es vorsorgend tätig zu werden und sein Unternehmen zu präparieren.


Stärkung der Resilienz

Bei der Frage der Resilienz von Unternehmen gegenüber einer Krise geht es immer um eine präventive Ausrichtung von Strukturen und Prozessen, damit das Unternehmen widerstandsfähiger gegen eine Krise und deren Auswirkungen wird. Das Fraunhofer-Institut kennzeichnet resiliente Unternehmen wie folgt:

  • Redundanz von Systemen

  • Breite Streuung von Ressourcen

  • hoher Grad der Selbstorganisation

  • Flexibilität in den Prozessen

Daraus lässt sich schon erahnen, dass Resilienz nicht zum Nulltarif zu haben ist. Resilienz kostet Rendite, sichert aber im Krisenfall das Überleben. Aber es wird andererseits auch keine 100%-ige Ausfallsicherheit angestrebt, sondern eine unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten bestmögliche Erhöhung der Widerstandskraft für den Fall der Fälle.

Man kann die Handlungszeiträume der Resilienz-Erhöhung in einen Zyklus mit 5 Phasen übersetzen:

Quelle: Fraunhofer-Institut


PREPARE (Vorbereiten):

Spielen Sie in Szenario-Analysen mögliche Krisenszenarien durch und überlegen Sie, welchen Einfluss die jeweilige Krise auf Ihr Unternehmen hätte. Was müsste konkret vorab getan werden, um bei Eintritt der Krise weiter handlungsfähig zu bleiben?


PREVENT (Vorsorgen):

Die zweite Phase befindet sich bereits nach Kriseneintritt und beschäftigt sich mit den Maßnahmen zur Verhütung des größtmöglichen Schadens (Verfügbarkeit notwendiger Hilfsmittel, Einsatz redundanter Systeme, etc.).


PROTECT (Schützen):

Welche Möglichkeiten des Schutzes der kritischen Infrastruktur (Energie- und Wasserversorgung, Informations- und Kommunikationstechnologie) bestehen? Ein umfassender Schutz wird nicht möglich sein, da man selbst nicht Betreiber der öffentlichen Inftrastruktur ist. Insoferm kann man allensfalls Alternativsysteme redundant führen.


RESPOND (Reagieren):

Schnelles, umsichtiges Handeln entlang der vorbereiteten Szenarien und Krisenpläne. Reagieren Sie angemessen und beobachten Sie die Wirkung, um nachsteuern zu können.


RECOVER (Regenerieren):

Ein schrittweiser Wiedereinstieg in die neue Normalität: Produktion langsam wieder hochfahren, Kurzarbeit reduzieren, Lieferketten wieder stabilisieren. Lernen aus dem Erlebten und in die Vorbereitung auf zukünftige Krisen einfließen lassen.


Soviel in aller Kürze zunächst zum theoretischen Unterbau. Im nächsten Blogbeitrag dieser Reihe beschäftigen wir uns mit der konkreten Umsetzung im Rahmen der PREPARE-Phase. Was kann im Vorfeld einer Krise getan werden, um für den Ernstfall besser gewappnet zu sein? Gerne stehen wir für weitere Auskünfte zum Thema zur Verfügung.

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